DornFritzchen ist erwacht

Man, das wurde ja Zeit. So einen lang anhaltenden Winter habe ich lange nicht erlebt. Und immer, wenn es so aussah, als ob es demnächst warm und trocken genug für die erste Ausfahrt sein würde, file das Thermometer wieder unter o° und es schneite. Aber vorletztes Wochenende war es dann soweit. Es ist zwar immer noch ein wenig kühl gewesen, aber immerhin war’s Samstag schon warm genug, um im Garten zu arbeiten. Dummerweise wurde das Wetter just wieder schlechter, als die Gartenarbeit dem Ende zuging und ich mich schon seelisch darauf eingestellt hatte, noch ein Stündchen mit Fritzchen durch die Landschaft zu rasseln.

Glücklicherweise war uns der Wettergott auch Sonntag hold und erlaubte es uns, nachmittags eine Ausfahrt mit Fritz ins Auge zu fassen. Ich war zwar nicht wirklich davon überzeugt, dass er überhaupt anspringen würde, aber Versuch macht kluch!

Also ab zur Garage, Rolltor hoch und da stand er. Und das seit vier Monaten, seit Ende November. Würde er anspringen? Reingesetzt, das Gaspedal einmal durchgetreten, Anlasser betätigt, aber ausser dem durchaus willigen Durchdrehen des Anlassers passierte nicht viel. Also noch zweimal das Pedal getreten, neuer Versuch, gleiches Ergebnis.

Ein schlauer Blick unter die Motorhaube und als Beschäftigungstherapie mal eben den Verteilerdeckel abgenommen, Kontakte saubergewischt, Verteilerfinger abgezogen und ebenfalls saubergewischt. Dann alles wieder zusammengebaut, wieder auf den Fahrersitz, ein neuer Anlassversuch und wrumm, sprang der Bolide klaglos an.

Das hatte ich mir schwieriger vorgestellt! Also rückwärts raus aus der Garage und dem Käfer die erste Frühlingssonne des Jahres gegönnt. Die beste Ehefrau von allen schlug die übliche Route vor, über Altlandsberg weiter über die Dörfer, eine sanfte Schleife zum hinteren Ende des Straussees und dann wieder zurück nach hause.

Und so geschah es. Zuerst nur mit moderaten 30 km/h, denn so ganz willig nahm Fritze das Gas noch nicht an. Richtung Altlandsberg dann eine kleine Weile mit 60 km/h, hinter dem Ort dann mit moderaten 70 und dabei beliessen wir es eine Weile, bis sich Gasfuss und Motor wioeder an einander gewöhnt hatten. Auf dem Rückweg hinter Strausberg liess ich es dann sogar richtig „krachen“ und beschleunigte auf wahnwitzige 90 km/h, nach gut 45 Minuten Ausfahrt kein allzu grosses Wagnis.
War eine tolle Ausfahrt und hat Appetit gemacht auf die, die dieses Jahr noch kommen werde. Jetzt steht er allerdings wieder in seinem Wintergemach, denn so richtig frühlingshaft ist das Wetter dieserorten immer noch nicht.

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