Autotest Lego Technic Chassis 40Years von 2017 gegen Lego Technic 8860 von 1980

Als Lego Technic Fan der ersten Stunde musste ich natürlich auch das aktuelle Autochassis bauen. Schon die ersten Autochassis, 853 von 1977 und 8860 von 1980 gehören seit ihrem Erscheinungsjahr zu meiner Sammlung.

Besonders das Boxermotorchassis von 1980 hatte es mir angetan. Ich fuhr schon damals einen Käfer und plante, dem Chassis eine ensprechende Karosserie zu verpassen. Einer dieser Pläne, die immer noch auf ihre Umsetzung warten.

Das Chassis gehört immer noch zu meiner Sammlung, allerdings haben sich mittlerweile die Gummiringe für den Keilriemen und die Sitzverstellung aufgelöst.

Features dieses Modells sind der Boxermotor im Heck, der sogar einen Lüfter aufweist, der durch den Motor per Keilriemen betrieben wird. Es ist ein manuell schaltbares Zweiganggetriebe verbaut. Die Hinterachse ist gefedert und verfügt über ein Differenzial.

Die Sitze sind per Zahnrad verstellbar und die Lehnenneigung lässt sich verstellen. Die Vorderachse ist gelenkt, allerdings nicht gefedert. Das Chassis ist 58 Noppen lang und 22 Noppen breit.

Die Ähnlichkeit zu einem Käferchassis wird durch das Design und die Lage des Motors sowie den angedeuteten Tank vor der Vorderachse hervorgerufen. OK, es fehlt die Rücksitzbank, also ist es irgend etwas zwischen einem Käfer und einem Porsche 356.

2017 wurde Lego Technic 40 Jahre alt. Statt ein neues Autochassis zum Verkauf anzubieten, ging Lego einen anderen Weg. Aus drei 2017er Modellen kann man eine Neuinterpretation des alten Boxermotorchassis bauen.

Schauen wir mal, ob das neue dem alten gerecht wird…

Die Bauanleitung für das Jubiläumsmodell gibt es hier. Spezielles Goodie, jedes der drei Ursprungsmodelle enthält einen besonderen Stein, einen weissen dreier Beam mit dem Jubiläumsaufdruck. Die drei Spezialsteine landen natürlich auch im Jubiläumsmodell, eins vorn, eins hinten und eins im Unterboden.

Wie sein Urahn bekommt auch der „Neue“ einen Boxermotor, jedoch nicht hinter der Hinterachse sondern darüber. Das Layout des Motors erinnert nicht mehr an den Käfer. Die Hinterachse verfügt über die gleichen Federelemente, die 1980 im Originalmodell ihr Debüt hatten. Allerdings hat das neue Modell kein Differenzial. Das Zweiganggetriebe lässt sich wieder schalten, diesmal sogar mit einem Leerlauf, den das Originalmodell nicht hatte.

Die Sitze sind wieder längs verstellbar, aber ohne Technikeinsatz. Lehnenverstellung gibt es anno 2017 nicht. Wie 1980 ist auch beim 2017er Modell die Vorderachse gelenkt, aber nicht gefedert. Auch die Andeutung des Tanks ist wieder da, diesmal jedoch eher als Abdeckung ausgeführt.

Da 1980 die noppenlosen Beam-Steine noch nicht erfunden waren, unterscheiden sich die Modelle durch die Bausteine grundsätzlich. Das 2017er Modell ist 36 Beams lang und 17 Beams breit. Da Beams und Noppen gleich groß sind, hat man einen guten Größenvergleich. Lego ist damit nicht nur der größte Autoreifenproduzent der Welt sondern auch die erste Firma, bei der das Folgemodell ein Drittel kürzer wird.

Trotzdem, eine schöne Idee, als Remineszenz eine Neuinterpretation auf die Räder zu stellen.

Jetzt muss ich nochmal über den alten Plan nachdenken. Vielleicht passt der Neue ja nach einigen Modifikationen in die Karosserie vom Lego-Käfer 10187. Der steht schliesslich auch in meiner Sammlung.

 

Heimkinochen

Rechner, Beamer, Leinwand, Soundsystem, das sind die Zutaten für ein eigenes Heimkino. Das Teuerste daran ist wahrscheinlich der Beamer, denn den Rechner hat man ja in der Regel schon. Daran hängt wahrscheinlich auch schon irgendein Soundsystem, fehlt also nur noch die Projektionsleinwand zum Glück.

Eine überschlägige Rechnung erbrachte dafür von meiner Wunschliste so ca 1500 Euronen für die sehr gelegentlichen Momente, an denen man mal einen Film „wie im Kino sehen will. OK, wie im Kino ist nur ein sehr grober Euphemismus, dazu würden noch die Schlangen an der Kasse, vor dem Klo und an der Popkornmaschine gehören.

Wie auch immer, mit der Rechnung war der Ausgang vorhersehbar, Filmriss…

…oder geht das auch billiger, wenn man die Ansprüche herunterschraubt?

Klar, billiger geht immer, aber geht auch günstiger? Kurze Antwort, ja, aber nicht viel. Bei billiger ist es einfacher.

Mein Erstversuch enthält einen LED Beamer von Artlii für 72,99 €, eine ivolum Stativleinwand 200×200 cm für 54,99 € sowie einen schon vorhandenen Raspberry Pi 3 in einem Pi Desktop Gehäuse. Beamer und Pi werden über HDMI verbunden, so umgehe ich die Soundschwäche des Pi-Soundausgangs und lebe nur mit der Soundschwäche des Beamers. Jetzt noch Kodi auf den Raspberry Pi und es kann schon fast los gehen. Eben nur fast, denn mit dem Desktopgehäuse scheint der Raspberry 3 seine WLAN-Fähigkeit einzubüßen. Erst ein externer USB-WLAN-Stecker behebt dieses Problem. Jetzt sieht der Pi das NAS und damit steht dem hausinternen Filmstream nichts mehr im Weg.

Für gut 70 Euronen erhält man natürlich keinen Projektor, der auch bei hellem Tageslicht flüsterleise und kristallklar Ton und Bild über 5 m auf die Leinwand projiziert. Aber in einem abgedunkelten Raum auf drei Meter Entfernung kriegt man das gleiche Feeling wie in einem dieser Schuhschachtelkinos in den 80er Jahren. Die Leinwand ist tadellos glatt, wenn auch nicht besonders stark reflektierend. Aber das ist eine weisse Wand ja auch nicht. Und von dem störenden Geruch, den manche Kommentare auf Amazon erwähnen, ist fast nichts wahrzunehmen.

Und ehrlich, für weniger als 200 € ein komplettes System aus Rechner, Beamer und Leinwand, hätte mir das vor zehn Jahren einer erzählt, ich hätte ihn ausgelacht.

Jetzt warte ich mal bis es dunkel ist und sehe mir einen alten Bond-Film an 🙂

Und wenn ich dann nach einem Jahr feststelle, dass ich das regelmäßig tue, denke ich über besseres Equipment nach…

Neu in meinem Klötzchenfuhrpark – Lego Technic 42056 Porsche 911 GT3 RS

Ich habe mir eine Woche zum Bau Zeit gelassen, immer nur eine Stunde am Stück. Die Jungs von Brickbuilder waren da sicher schneller

Am faszinierendsten finde ich, dass der Lego-Designer es hinbekommen hat, ein funktionierendes Doppelkupplungsgetriebe einzubauen, dass sogar über kleine Schalter links und rechts vom Lenkrad bedient wird.

Mehr wollen wollen, weniger müssen müssen – Umgang mit BurnOut

profil2013fr150Vom HR-Bereich meines Arbeitgebers wurde ich gefragt, ob ich mal etwas zum Thema „Stress und BurnOut“ schreiben kann. Da ich schon 2011 entschieden habe, mit dem Thema offen umzugehen, habe ich das gern und freudig mit „Ja“ beantwortet. Und die Fragen, die ich bekam, waren die gleichen, die ich in den letzten fünf Jahren bei vielen Gesprächen so oder ähnlich auch bekam.

Wie kam es zu der Erkrankung und welche Konsequenzen hatte es?

Wie kommt es zum BurnOut? Auch nach sechs Jahren Erfahrung damit, kann ich die Frage nicht beantworten. Zunächst ist BurnOut keine Krankheit, sondern eher der Sammelbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die in Summe immer das eine Ergebnis haben: Man kann nicht so weitermachen! Und dabei ist es nicht so, dass man nicht will, oder dass man es könnte, wenn man sich nur etwas mehr zusammen reißen würde (übrigens ein oft gehörter Ratschlag in diesem Kontext).

Man. Kann. Einfach. Nicht. Mehr.

Der eigene Körper kennt viele Möglichkeiten, einem das klar zu machen. In meinem Fall war es ein täuschend echter Herzinfarkt. Puh, Glück gehabt, „nur“ ein Herzinfarkt. Etwas gesünder leben, eine kleine Kur und alles wird wieder gut. Wurde es aber nicht. Jedes Mal, wenn mich mein Stellvertreter anrief, um irgendeine dienstliche Informationen zu bekommen, kamen die Schmerzen in der Brust wieder, einschließlich Kurzatmigkeit und Panikattacken.

Nach zwei Wochen Krankschreibung war mir klar, dass da noch irgendetwas anderes nicht stimmt. Nach drei Wochen war klar, dass mein Herz vollkommen gesund ist. Mein Körper hatte den Stecker gezogen. Und zwar fast wortwörtlich. Schon ein 10 min. Spaziergang erschöpfte mich für die nächsten zwei Stunden. Beim Gedanken daran, wieder ins Büro gehen zu müssen, bekam ich Panikattacken. Erst als mir meine Ärztin eröffnete, dass es sich um eine Angstdepression handelt und ich damit rechnen müsste, ca. sechs Monate auszufallen, begann der lange Weg der Besserung.

Wie hast Du es überwunden und wie geht es Dir heute?

Von Überwinden kann man beim BurnOut nicht reden. Das wäre genau so, als wenn man einen Amputierten fragt, ob er den Verlust seines Körperteils überwunden hat. Akzeptiert, ja. Gelernt damit zu leben, mehr oder weniger ja. Überwunden, nein. Als ich nach sechs Wochen Krankschreibung in die Rehaklinik kam, hatte ich den Anspruch: „jetzt bin ich hier in der Klinik, jetzt macht mich mal gesund.“ Zu hören, dass es in der Regel ebenso lange dauert, aus einer derartigen Depression herauszukommen, wie es gedauert hat, hineinzuschlittern, war ein Schock. Vor allem, als mir klar wurde, wie lange ich schon auf dem falschen Pfad war. Nach zwei Wochen in der Reha dachte ich, ich bin geheilt. Nach vier Wochen Reha wusste ich, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ich geheilt bin. Nach 80 Stunden Gesprächstherapie glaube ich, dass ich auf einem guten Weg bin. Wohl gemerkt auf dem Weg, mit der Herausforderung zu leben.

Geholfen hat mir vor allem, dass ich schon vor der Reha die Rolle als Führungskraft aufgegeben habe. Als ich wieder anfing, hat mir vor allem geholfen, dass ich mit dem, was mir passiert ist, offen umgegangen bin. Erschreckt hat mich, zu sehen, wie vielen um mich herum es genauso erging oder bald gehen wird. Denn es gibt eine Fähigkeit, die „Angekokelte“ erwerben: sie erkennen, wenn jemand dabei ist, in den BurnOut zu geraten. Ein Kollege und Mitarbeiter warnte mich ein Jahr vor meinem BurnOut, ich stünde kurz davor. Meine Antwort damals war: „Danke für die Warnung, aber dafür habe ich gerade keine Zeit.“

Seit meinem ersten Burnout hatte ich drei Rückfälle. Jeder etwas weniger schlimm als der Vorhergehende. Aus jedem habe ich Lehren gezogen, die ich seitdem versuche, für mich umzusetzen. Und die ich in den Beratungsgesprächen weitergebe, die ich seitdem gelegentlich führe.

Was empfiehlst Du anderen?

Präventiv:

  • Reduziere die Anzahl Deiner gleichzeitigen Projekte, ideal sind eins bis zwei.
  • Mach deutlich, dass Du gern neue Aufgaben übernimmst, aber erst, wenn die alten erledigt oder abgegeben sind
  • Sorge dafür, dass es neben den Arbeiten, die gemacht werden müssen auch einige gibt, die Du gern machst.
  • Schaff Dir einen Ausgleich zum Job.

Ein paar Leitsätze, wenn es mit der Prävention nicht geklappt hat:

  • Keiner ist unersetzbar, die Firma/das Projekt wird auch ohne Dich überleben!
  • Wenn der Körper nicht mehr mitmacht, gibt es nur noch ein Prio 1 Projekt: das eigene Leben!
  • Hol Dir Hilfe!
  • Sprich mit jemandem, dem Du vertraust. Geh zum Arzt. Oder beides!
  • Nimm Dir Zeit!

Hälst Du dich selbst an diese Empfehlungen?

Immer öfter 🙂 Und jedes Mal geht es mir damit besser.

Und zum Abschluss noch eine Erkenntnis, die mir geholfen hat:

Mehr wollen wollen, weniger müssen müssen.

Überwachungskamera mit Raspberry Pi Zero, Raspberry Kameramodul und MotionEyeOS

Kenner der Materie werden jetzt sagen, das geht ja gar nicht. Der Ende 2015 erschienene Raspberry Pi Zero hat gar kein entsprechendes Kamera-Interface. Stimmt, allerdings nur bis einschliesslich Revision 1.2 ( das war die, die der MagPi-Zeitschrift Ausgabe 40 beilag).
Vorhin brachte die Post einen Polsterumschlag, in dem sich die neueste Ausgabe des Pi Zero befand, Revision 1.3. Mit dabei war ein passendes Flachbandkabel, um ein Raspberry-Kameramodul anzuschliessen.


Damit lässt sich endlich eine kleine Überwachungskamera mit dem Pi Zero realisieren.

Zutaten

  • Raspberry Pi Zero Rev. 1.3
  • Raspberry-Kameramodul (Revision und Variante nach Vorliebe und Verfügbarkeit)
  • Pi Zero Flachband-Adapterkabel (das Kabel für normale Raspberrys passt leider nicht an die neue Schnittstelle)
  • microHDMI-HDMI-Adapter (war dabei)
  • microUSB-USB-Adapter (war dabei)
  • microSD-Karte
  • microSD-USB-Reader (zum Schreiben des Images auf die SD-Karte)
  • USB-Ethernet-Adapter (zur initialen Installation sehr nützlich)
  • USB-WLAN-Stecker (für den späteren Dauerbetrieb)
  • Powerbank oder 5V-Netzteil
  • MotionEyeOS-Image

Inbetriebnahme

Wie so oft bei Raspberry Pi Projekten beginnt die Inbetriebnahme damit, dass das entsprechende Image aus dem Netz geladen wird. Unter Windows kann man es mit dem Win32Diskimager auf eine passende microSD-Karte schreiben. Für das reine Betriebssystem reicht eine kleine Karte (1 GB). Wer plant, Überwachungsaufnahmen direkt auf der Karte zu speichern, sollte entsprechend größer dimensionieren.

Ist der Raspberry Pi Zero zusammengestöpselt mit Ethernetadapter, Powerbank, und HDMI-Kabel, entsteht eine Kabelkrake, die man nach der Installation dankenswerterweise wieder etwas eindampfen kann.

Durch den Ethernetadapter kann man die komplette Konfiguration von einem anderen Rechner per Webbrowser erledigen. Dabei bekommt man die IP-Adresse der frisch gebackenen Überwachungskamera direkt nach dem Booten präsentiert, vorausgesetzt, man hat am microHDMI-Adapter einen Monitor angeschlossen 🙂 Ansonsten hilft einem ein Blick in den eigenen Router. Ein Eintrag meyexxx (wobei die x für eine individuell vergebene Nummer steht) weisst auf die Zero-Kamera hin.

Hat alles richtig funktioniert, sieht man im Browser sofort ein Kamerabild in 320×240 Pixel Auflösung. Oben links im Browserfenster befinden sich zwei Icons, „Settings“ und „switch user„. Letzteres führt auf den Login. Initialer Login ist „admin“ ohne Passwort. Das sollte man besser gleich ändern.

Dazu geht man in den Bereich „General Settings“ und setzt ein entsprechendes Passwort. Danach will das System booten. Danach kommt man nur noch mit Passwort an die Konfiguration. Sicherheit geht eben vor 🙂

Um weitere Einstellmöglichkeiten angezeigt zuu bekommen, muss man in den „General Settings“ den Schalter „Advanced Settings“ aktivieren. Jetzt lassen sich auch Zeitzone und Hostname einstellen.

Unter „Network“ kann man jetzt das WLAN einschalten und die entsprechenden Angaben einpflegen. Unter „Video Device“ kann man der Kamera einen Namen geben, der als Overlay unten links im Bild erscheint. Hier kann man auch die Bildauflösung ändern. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass Überwachungsbilder in HD zwar schön anzusehen sind, aber erstens viel Speicherplatz brauchen und zweitens beim Speichern der Bilder auch jedesmal etwas mehr Zeit vergeht, als bei geringer Auflösung.

Unter „File Storage“ lässt sich der kleine Big Brother auch mit der Cloud verbinden. Google Drive und Dropbox stehen zur Wahl. Dazu legt man in Google Drive ein entsprechendes Verzeichnis an, besorgt sich über „Obtain Key“ bei Google einen entsprechenden Authorization Key und schon synchronisiert die Überwachungskamera aufgenommene Bilder mit der Cloud.

Damit die Bewegungsüberwachung funktioniert, muss sie natürlich auch eingeschaltet sein, „Motion Detection“ auf „ON„. Zusätzlich muss man den „Working Schedule“ aktivieren und dort für die einzelnen Wochentage das Überwachungsintervall angeben.

Normalbetrieb

Hat man die wichtigsten Einstellungen vorgenommen, kann man die Kabelkrake beseitigen und das System schlanker machen.  Minimalkonfiguration sind Pi Zero, microUSB-Adapter, WLAN-Stecker, Stromkabel und natürlich das Kameramodul. Ich betreibe das System an einer 15 Ah Powerbank, das reicht zumindest für eintägige Abwesenheiten.

Mein nächstes Todo ist jetzt, mir ein nettes Gehäuse auszudenken und mir einen kleineren microUSB-USB-Adapter zu besorgen.

Projekt Rechenknecht2016 – Zusammenbau und Inbetriebnahme

Ausgerechnet die Innereien des neuen Rechenknechts mussten noch bei DHL übernachten. Nachdem auch dieses Paket eingetrudelt war, konnte es ans Eingemachte gehen. Im Gehäuse wartete schon der BlueRay-Brenner aus dem alten Rechenknecht. Auch die 250 GB SSD für das zweite Betriebssystem ist schon in einem der dafür vorgesehenen SSD-Slots im Gehäuse.

Als nächstes kommt der Zusammenbau von Hauptplatine, CPU und CPU-Kühler. Selbiger nimmt einen guten Teil des freien Platzes im Miditower ein, ist allerdings mit dem großen Lüfter erstaunlich leise. Die größte Herausforderung ist das Zusammenstecken der kleinen frickeligen Kabel für HDD-LED, Power und Reset. Das scheint ein archaisches Überbleibsel des letzten Jahrtausends zu sein. Beim Installieren des RAMs ist ein Blick in die Doku tatsächlich hilfreich, denn gefühlt hätte ich genau die anderen Slots damit belegt.

Alles in allem trotzdem eine eher unspektakuläre Operation, so ein Rechnerzusammenbau anno 2016. Was beachtlich ist, ist, wieviel Verpackungsmüll zurück bleibt. Und wie immer bleiben ein paar Teile übrig. Der abgebildete Schraubendreher ist übrigens eine Zugabe zum CPU-Lüfter 🙂

Wie zusammengebaut wird, hat die c’t hier sehr gut beschrieben. Dort gibt’s auch die Teileliste. Den alternativen Gehäuselüfter habe ich gleich dreimal installiert, die ersten zwei Male war das Kabel entweder zu kurz oder zu lang für meinen Geschmack. Auch die Tabelle mit den BIOS-Einstellungen war nach neun Jahren Bauabstinenz für mich sehr hilfreich.

Das Installieren von Windows 10 verlief ähnlich wie der vorherige Zusammenbau. Unspektakulär aber langwierig. Irgendwie hatte ich erwartet, dass ein System mit 4×4 GHz, 16 GB RAM und einer 500 GB SSD schneller mit einem Betriebssystem zu beglücken ist. Nach zwei Stunden Zusammenbau kam also nochmal über eine Stunde Installation, erst Windows, dann NVIDIA-Treiber. Ohne die wollte Windows 10 kein Full HD ausgeben.

Nach der Installation von openSuSE bleiben jetzt nur noch zwei ToDos. Erstens müssen die kreativ verteilten Kabel im Rechenknecht noch vernünftig zusammengefasst und fixiert werden und zweitens muss ich nochmal an die winzigen Frickelkabel, um den Resetknopf korrekt zu verdrahten 🙂

Erster Eindruck

Ein fixes und sauberes System ohne Schnickschnack. Besonders freut mich, dass trotz der fünf im System steckenden Lüfter (zwei kleine in der Grafikkarte, eine am CPU-Kühler, eine im Netzteil, ein Gehäuselüfter) das System unter Normallast fast unhörbar ist. Das es tatsächlich läuft sehe ich nur daran, dass sich der CPU-Lüfter dreht.

Update:

Die ToDos sind jetzt erledigt. Dafür musste allerdings dank meiner nicht ganz filigranen Hände der halbe Rechner demontiert werden. Hintergrund ist, dass das Stromkabel vom Netzteil zum Mainboard hinter dem Mainboard entlang geführt werden sollte. So ist es nicht im Weg. Wer aber ausgewachsene Hände hat, kommt bei eingebautem CPU-Lüfter kaum noch an die Strom-Buchsen am Mainboard. Also erst einmal Grafikkarte demontieren, alle Mainboardschrauben lösen, Mainboard samt CPU-Kühler sanft aber bestimmt anheben, Stromkabel vom Mainboard abziehen, mit Kreativität oder einer dritten Hand neu verlegen hinter dem Mainboard, durch die passende Öffnung im Gehäuse fädeln, Stromkabel wieder ins Mainboard stecken, alles zurückruckeln, festschrauben, fertig.

Mein Tipp für den Zusammenbau ist, etwas vom c’t Bauvorschlag abzuweichen und das Stromkabel schon an seinen Platz bringen, bevor man das Mainboard einbaut. Evtl. sogar, bevor man den CPU-Kühler montiert.

Das Reset-Kabel richtig anzubringen war der einfachere Teil. Es gibt drei Kontakte am Board [Ground|Reset|+5V]. Nachdem ich den zweipoligen Stecker jetzt auf Ground und Reset gesteckt habe, klappt auch der Tastendruck 🙂

Zweiter Tipp, wer nach dem Zusammenbau alle Kabel kontrolliert, wundert sich auch nicht, warum beim Booten die erste SSD nicht erkannt wird. Der SSD-Stromstecker hatte sich beim Mainboard-Verschieben gelöst.

Dumm anstellen beim NAS Einrichten leicht gemacht

Einer Idee folgend, die ich bei der Lektüre einer c’t hatte, kaufte ich 2015 einen HP ProLiant Microserver G8, um mittels OpenMediaVault daraus ein NAS zu machen.

Ein erster Selbstversuch mit OpenMediaVault auf einem Raspberry Pi2 und einem 16 GB USB-Stick als NAS-Medium war schon sehr überzeugend. OMV würde genau das mitbringen, was ich für den NAS-Alltag zuhause brauche. Gute Erweiterbarkeit und ein schnell aufsetzbarer DLNA-Server standen weit oben auf meiner Anforderungsliste.

Neben dem HP Server wurde noch eine 4TB Platte aus der Red Serie von WD geordert. Weitere Einkäufe verschob ich, bis ich die Grundkonfiguration am Laufen hätte.

Das war sehr weitsichtig.

Der ProLiant kam wie bestellt, ohne Speichermedien und ohne Betriebssystem. Im zukünftigen NAS stecken bereits 2 GB RAM und eine 2.3 GHz Celeron CPU. Mein Plan war, den internen MicroSD-Slot für das Betriebssystem zu nutzen, analog zu meinem Erstversuch mit dem Raspberry Pi2. OMV braucht nur ca. 2 GB Platz für sich, also würde eine 4 GB MicroSD ausreichen. Das OMV-Image kam per Win32DiskImager direkt auf die MicroSD und die kam dann in den Server-Slot. Das Ergebnis war eigentlich vorhersehbar, es funktionierte nicht.

Für den zweiten Versuch kopierte ich das OMV-Image per Win32DiskImager auf einen USB-Stick mit der festen Absicht, von dort zu booten. Das Ergebnis war analog zum ersten Versuch. Es tat sich nichts.

Für den dritten Versuch kam ich auf die Idee, den USB-Stick zu nutzen, um OMV von dort aus auf die MicroSD-Karte im Server zu installieren. Allerdings kam ich ob der manigfaltigen Möglichkeiten, die einem der HP Server schon beim Booten bietet, erst einmal gar nicht dazu, ein OS zu installieren. Irgendwie landete ich immer wieder in einer Schleife, in der der Server mangels OS versuchte, über’s LAN zu booten.

Irgendwann hatte ich das Setting so weit, dass die OMV-Installation tatsächlich startete und ich angeben konnte, dass ich vom USB-Stick aus auf die MicroSD-Karte installieren wollte. Die Installation lief auch durch bis zu dem Moment, in dem grub installiert werden soll. Ging nicht. Auch beim zweiten Versuch nicht. Beim dritten Versuch probierte ich lilo als Alternative. Diesmal lief die Installation erfolgreich durch. Allerdings bootete der Server immer noch nicht von der MicroSD-Karte.

Ich suchte nach einem neuen Ansatz und sah mir die Schnittstellen des Servers noch einmal genau an. Neben einem Haufen USB-Buchsen (6 extern, eine intern), einem MicroSD-Slot (intern) und den vier Slots für SATA-HDs war da noch ein Stromkabel für ein optionales optisches Laufwerk und ein interner SATA-Port.

In mir reifte der Plan, eine kleine SSD zu beschaffen (schnell und leise) und sie einfach per Klettband im Gehäuse zu fixieren. Strom und SATA würde ich vom nicht exisierenden optischen Laufwerk räubern und alles wäre gut. Wäre es auch geworden, wenn der Stromanschluss den richtigen Stecker gehabt hätte. Hat er aber nicht.

Mittlerweile war es Samstagnachmittag, also griff ich zu einer etwas hemdsärmeligen Lösung. Die SSD war mit einem 3,5″ Einbaurahmen geliefert worden. Also baute ich sie dort ein und dann mitsamt Rahmen in eine der HD-Halterungen des Servers. War wieder nix, dadurch waren die Anschlüsse im Gehäuse ca. 3 mm tiefer als an der SSD. Als kreative Zwischenlösung steckte ich die SSD einfach ohne Halterung direkt an SATA/Strom. Nachdem ich diese fragile Server/SSD Kombination bootete und per F5 eine logische Partition auf der SSD eingerichtet hatte, liess sich OMV vom USB-Stick in Windeseile auf die SSD installieren und der Server bootete endlich mit einem installierten Betriebssystem.

HP ProLiant mit kreativ installierter SSD

HP ProLiant mit kreativ installierter SSD

Selbstkritisch muss ich bekennen, dass ich mich lange nicht so blöd beim Installieren angestellt habe 🙂

Noch ein kleiner Nachtrag, als ich OMV  endlich per Weboberfläche zu konfigurieren begann, stellte ich fest, dass ich nicht die Version 2.1, Stone Burner, installiert hatte, sondern die vorherige Version 1, Kralizec. Das ließ sich dank „omv-release-upgrade“ auf der Kommandozeile schnell bereinigen.

Nachdem der Server nun lief und ein aktuelles OMV installiert war, wurde er sofort wieder runtergefahren, um die restlichen HD-Slots zu füllen. Zuerst wurde die SSD mittels einer leeren HD-Halterung fixiert, dann wanderte die 4 TB WD Red in den zweiten Slot. In den dritten und vierten Slot kamen zwei alte 500 GB und 300 GB große SATA Platten hinein, die aus einem älteren NAS-Selbstbau-Projekt übrig geblieben waren. Dabei stellte ich auch gleich fest, dass OMV die beiden Letztgenannten automagisch zu einem logischen Laufwerk zusammenführte. Für das von mir geplante Datenzwischenlager genau richtig.

Nächster Schritt der Inbetriebnahme war der Passwortwechsel des Admin-Accounts für die Benutzeroberfläche. Danach wurden erst einmal ein paar Benutzerkonten angelegt. Bevor ssh eingeschaltet wurde, habe ich das Häkchen bei root darf sich anmelden entfernt. So viel für’s Erste zur Sicherheit.

Eine kurze Recherche im Netz förderte dann zu Tage, warum mir der Stromanschlussstecker so bekannt vorgekommen war. Eigentlich gehört sowas an 3.5″ Floppys. Und es gibt natürlich Adapter von Floppy auf SATA. So ließ sich mein ursprünglicher Plan mit der SSD doch noch umsetzen. Adapterkabel anbringen, SATA-Kabel in die freie Buchse einstecken und sauber durch Gehäuseöffnungen verlegen, SSD mit Klettband auf dem Platz fixieren, wo sonst ein optisches Laufwerk Dienst täte und das war’s. Damit ist jetzt wieder ein Slot im NAS frei.

Letztes offenes ToDo, der kleine Server muss leiser werden. Da ich mich bislang überhaupt noch nicht mit ILO beschäftigt habe, bin ich gespannt, ob HP Möglichkeiten mitbringt, um den internen 125 mm Lüfter etwas zu zügeln.

Kurzfassung des selbstgebauten HP-NAS

128 GB SSD von Transcent als OS- und Bootlaufwerk in Slot 1, darauf OMV Stone Burner. In Slot 2 läuft die 4TB WD Red in Slot 3 und Slot 4 stecken eine 500 GB und eine 300 GB Platte aus Überzahlbeständen, die zusammen ein 800 GB großes Datenzwischenlager bilden.

Update

Dieses NAS läuft jetzt ca. ein Jahr störungsfrei. Nach einem ILO-Update ist auch die Lüftersteuerung so aktiv, dass nicht mehr mit Maximaldrehzahl herumgelärmt wird, wenn es denn nicht nötig ist. Und nötig ist es scheinbar nur beim Booten. Und gebootet wird selten. Die Uptime von 365 Tagen hat leider ein Stromausfall verhindert, aber ansonsten läuft der kleine Kerl einfach und liefert das, was er soll, schnellen Netzwerkspeicher.

Fazit

Sicher nicht die günstigste Lösung, an ein leistungsfähiges NAS zu kommen. Aber ich habe wieder viel gelernt und sollte mir der Platz ausgehen stehen mir noch drei Slots zur Verfügung. Und Openmediavault macht als NAS-Software wirklich Spass. Wie der Server, macht, was es soll, ohne Schnickschnack und Schnörkel.