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Projekt Rechenknecht2016 – Zusammenbau und Inbetriebnahme

Ausgerechnet die Innereien des neuen Rechenknechts mussten noch bei DHL übernachten. Nachdem auch dieses Paket eingetrudelt war, konnte es ans Eingemachte gehen. Im Gehäuse wartete schon der BlueRay-Brenner aus dem alten Rechenknecht. Auch die 250 GB SSD für das zweite Betriebssystem ist schon in einem der dafür vorgesehenen SSD-Slots im Gehäuse.

Als nächstes kommt der Zusammenbau von Hauptplatine, CPU und CPU-Kühler. Selbiger nimmt einen guten Teil des freien Platzes im Miditower ein, ist allerdings mit dem großen Lüfter erstaunlich leise. Die größte Herausforderung ist das Zusammenstecken der kleinen frickeligen Kabel für HDD-LED, Power und Reset. Das scheint ein archaisches Überbleibsel des letzten Jahrtausends zu sein. Beim Installieren des RAMs ist ein Blick in die Doku tatsächlich hilfreich, denn gefühlt hätte ich genau die anderen Slots damit belegt.

Alles in allem trotzdem eine eher unspektakuläre Operation, so ein Rechnerzusammenbau anno 2016. Was beachtlich ist, ist, wieviel Verpackungsmüll zurück bleibt. Und wie immer bleiben ein paar Teile übrig. Der abgebildete Schraubendreher ist übrigens eine Zugabe zum CPU-Lüfter :-)

Wie zusammengebaut wird, hat die c’t hier sehr gut beschrieben. Dort gibt’s auch die Teileliste. Den alternativen Gehäuselüfter habe ich gleich dreimal installiert, die ersten zwei Male war das Kabel entweder zu kurz oder zu lang für meinen Geschmack. Auch die Tabelle mit den BIOS-Einstellungen war nach neun Jahren Bauabstinenz für mich sehr hilfreich.

Das Installieren von Windows 10 verlief ähnlich wie der vorherige Zusammenbau. Unspektakulär aber langwierig. Irgendwie hatte ich erwartet, dass ein System mit 4×4 GHz, 16 GB RAM und einer 500 GB SSD schneller mit einem Betriebssystem zu beglücken ist. Nach zwei Stunden Zusammenbau kam also nochmal über eine Stunde Installation, erst Windows, dann NVIDIA-Treiber. Ohne die wollte Windows 10 kein Full HD ausgeben.

Nach der Installation von openSuSE bleiben jetzt nur noch zwei ToDos. Erstens müssen die kreativ verteilten Kabel im Rechenknecht noch vernünftig zusammengefasst und fixiert werden und zweitens muss ich nochmal an die winzigen Frickelkabel, um den Resetknopf korrekt zu verdrahten :-)

Erster Eindruck

Ein fixes und sauberes System ohne Schnickschnack. Besonders freut mich, dass trotz der fünf im System steckenden Lüfter (zwei kleine in der Grafikkarte, eine am CPU-Kühler, eine im Netzteil, ein Gehäuselüfter) das System unter Normallast fast unhörbar ist. Das es tatsächlich läuft sehe ich nur daran, dass sich der CPU-Lüfter dreht.

Update:

Die ToDos sind jetzt erledigt. Dafür musste allerdings dank meiner nicht ganz filigranen Hände der halbe Rechner demontiert werden. Hintergrund ist, dass das Stromkabel vom Netzteil zum Mainboard hinter dem Mainboard entlang geführt werden sollte. So ist es nicht im Weg. Wer aber ausgewachsene Hände hat, kommt bei eingebautem CPU-Lüfter kaum noch an die Strom-Buchsen am Mainboard. Also erst einmal Grafikkarte demontieren, alle Mainboardschrauben lösen, Mainboard samt CPU-Kühler sanft aber bestimmt anheben, Stromkabel vom Mainboard abziehen, mit Kreativität oder einer dritten Hand neu verlegen hinter dem Mainboard, durch die passende Öffnung im Gehäuse fädeln, Stromkabel wieder ins Mainboard stecken, alles zurückruckeln, festschrauben, fertig.

Mein Tipp für den Zusammenbau ist, etwas vom c’t Bauvorschlag abzuweichen und das Stromkabel schon an seinen Platz bringen, bevor man das Mainboard einbaut. Evtl. sogar, bevor man den CPU-Kühler montiert.

Das Reset-Kabel richtig anzubringen war der einfachere Teil. Es gibt drei Kontakte am Board [Ground|Reset|+5V]. Nachdem ich den zweipoligen Stecker jetzt auf Ground und Reset gesteckt habe, klappt auch der Tastendruck :-)

Zweiter Tipp, wer nach dem Zusammenbau alle Kabel kontrolliert, wundert sich auch nicht, warum beim Booten die erste SSD nicht erkannt wird. Der SSD-Stromstecker hatte sich beim Mainboard-Verschieben gelöst.

HP ProLiant mit kreativ installierter SSD

Dumm anstellen beim NAS Einrichten leicht gemacht

Einer Idee folgend, die ich bei der Lektüre einer c’t hatte, kaufte ich 2015 einen HP ProLiant Microserver G8, um mittels OpenMediaVault daraus ein NAS zu machen.

Ein erster Selbstversuch mit OpenMediaVault auf einem Raspberry Pi2 und einem 16 GB USB-Stick als NAS-Medium war schon sehr überzeugend. OMV würde genau das mitbringen, was ich für den NAS-Alltag zuhause brauche. Gute Erweiterbarkeit und ein schnell aufsetzbarer DLNA-Server standen weit oben auf meiner Anforderungsliste.

Neben dem HP Server wurde noch eine 4TB Platte aus der Red Serie von WD geordert. Weitere Einkäufe verschob ich, bis ich die Grundkonfiguration am Laufen hätte.

Das war sehr weitsichtig.

Der ProLiant kam wie bestellt, ohne Speichermedien und ohne Betriebssystem. Im zukünftigen NAS stecken bereits 2 GB RAM und eine 2.3 GHz Celeron CPU. Mein Plan war, den internen MicroSD-Slot für das Betriebssystem zu nutzen, analog zu meinem Erstversuch mit dem Raspberry Pi2. OMV braucht nur ca. 2 GB Platz für sich, also würde eine 4 GB MicroSD ausreichen. Das OMV-Image kam per Win32DiskImager direkt auf die MicroSD und die kam dann in den Server-Slot. Das Ergebnis war eigentlich vorhersehbar, es funktionierte nicht.

Für den zweiten Versuch kopierte ich das OMV-Image per Win32DiskImager auf einen USB-Stick mit der festen Absicht, von dort zu booten. Das Ergebnis war analog zum ersten Versuch. Es tat sich nichts.

Für den dritten Versuch kam ich auf die Idee, den USB-Stick zu nutzen, um OMV von dort aus auf die MicroSD-Karte im Server zu installieren. Allerdings kam ich ob der manigfaltigen Möglichkeiten, die einem der HP Server schon beim Booten bietet, erst einmal gar nicht dazu, ein OS zu installieren. Irgendwie landete ich immer wieder in einer Schleife, in der der Server mangels OS versuchte, über’s LAN zu booten.

Irgendwann hatte ich das Setting so weit, dass die OMV-Installation tatsächlich startete und ich angeben konnte, dass ich vom USB-Stick aus auf die MicroSD-Karte installieren wollte. Die Installation lief auch durch bis zu dem Moment, in dem grub installiert werden soll. Ging nicht. Auch beim zweiten Versuch nicht. Beim dritten Versuch probierte ich lilo als Alternative. Diesmal lief die Installation erfolgreich durch. Allerdings bootete der Server immer noch nicht von der MicroSD-Karte.

Ich suchte nach einem neuen Ansatz und sah mir die Schnittstellen des Servers noch einmal genau an. Neben einem Haufen USB-Buchsen (6 extern, eine intern), einem MicroSD-Slot (intern) und den vier Slots für SATA-HDs war da noch ein Stromkabel für ein optionales optisches Laufwerk und ein interner SATA-Port.

In mir reifte der Plan, eine kleine SSD zu beschaffen (schnell und leise) und sie einfach per Klettband im Gehäuse zu fixieren. Strom und SATA würde ich vom nicht exisierenden optischen Laufwerk räubern und alles wäre gut. Wäre es auch geworden, wenn der Stromanschluss den richtigen Stecker gehabt hätte. Hat er aber nicht.

Mittlerweile war es Samstagnachmittag, also griff ich zu einer etwas hemdsärmeligen Lösung. Die SSD war mit einem 3,5″ Einbaurahmen geliefert worden. Also baute ich sie dort ein und dann mitsamt Rahmen in eine der HD-Halterungen des Servers. War wieder nix, dadurch waren die Anschlüsse im Gehäuse ca. 3 mm tiefer als an der SSD. Als kreative Zwischenlösung steckte ich die SSD einfach ohne Halterung direkt an SATA/Strom. Nachdem ich diese fragile Server/SSD Kombination bootete und per F5 eine logische Partition auf der SSD eingerichtet hatte, liess sich OMV vom USB-Stick in Windeseile auf die SSD installieren und der Server bootete endlich mit einem installierten Betriebssystem.

HP ProLiant mit kreativ installierter SSD

HP ProLiant mit kreativ installierter SSD

Selbstkritisch muss ich bekennen, dass ich mich lange nicht so blöd beim Installieren angestellt habe :-)

Noch ein kleiner Nachtrag, als ich OMV  endlich per Weboberfläche zu konfigurieren begann, stellte ich fest, dass ich nicht die Version 2.1, Stone Burner, installiert hatte, sondern die vorherige Version 1, Kralizec. Das ließ sich dank “omv-release-upgrade” auf der Kommandozeile schnell bereinigen.

Nachdem der Server nun lief und ein aktuelles OMV installiert war, wurde er sofort wieder runtergefahren, um die restlichen HD-Slots zu füllen. Zuerst wurde die SSD mittels einer leeren HD-Halterung fixiert, dann wanderte die 4 TB WD Red in den zweiten Slot. In den dritten und vierten Slot kamen zwei alte 500 GB und 300 GB große SATA Platten hinein, die aus einem älteren NAS-Selbstbau-Projekt übrig geblieben waren. Dabei stellte ich auch gleich fest, dass OMV die beiden Letztgenannten automagisch zu einem logischen Laufwerk zusammenführte. Für das von mir geplante Datenzwischenlager genau richtig.

Nächster Schritt der Inbetriebnahme war der Passwortwechsel des Admin-Accounts für die Benutzeroberfläche. Danach wurden erst einmal ein paar Benutzerkonten angelegt. Bevor ssh eingeschaltet wurde, habe ich das Häkchen bei root darf sich anmelden entfernt. So viel für’s Erste zur Sicherheit.

Eine kurze Recherche im Netz förderte dann zu Tage, warum mir der Stromanschlussstecker so bekannt vorgekommen war. Eigentlich gehört sowas an 3.5″ Floppys. Und es gibt natürlich Adapter von Floppy auf SATA. So ließ sich mein ursprünglicher Plan mit der SSD doch noch umsetzen. Adapterkabel anbringen, SATA-Kabel in die freie Buchse einstecken und sauber durch Gehäuseöffnungen verlegen, SSD mit Klettband auf dem Platz fixieren, wo sonst ein optisches Laufwerk Dienst täte und das war’s. Damit ist jetzt wieder ein Slot im NAS frei.

Letztes offenes ToDo, der kleine Server muss leiser werden. Da ich mich bislang überhaupt noch nicht mit ILO beschäftigt habe, bin ich gespannt, ob HP Möglichkeiten mitbringt, um den internen 125 mm Lüfter etwas zu zügeln.

Kurzfassung des selbstgebauten HP-NAS

128 GB SSD von Transcent als OS- und Bootlaufwerk in Slot 1, darauf OMV Stone Burner. In Slot 2 läuft die 4TB WD Red in Slot 3 und Slot 4 stecken eine 500 GB und eine 300 GB Platte aus Überzahlbeständen, die zusammen ein 800 GB großes Datenzwischenlager bilden.

Update

Dieses NAS läuft jetzt ca. ein Jahr störungsfrei. Nach einem ILO-Update ist auch die Lüftersteuerung so aktiv, dass nicht mehr mit Maximaldrehzahl herumgelärmt wird, wenn es denn nicht nötig ist. Und nötig ist es scheinbar nur beim Booten. Und gebootet wird selten. Die Uptime von 365 Tagen hat leider ein Stromausfall verhindert, aber ansonsten läuft der kleine Kerl einfach und liefert das, was er soll, schnellen Netzwerkspeicher.

Fazit

Sicher nicht die günstigste Lösung, an ein leistungsfähiges NAS zu kommen. Aber ich habe wieder viel gelernt und sollte mir der Platz ausgehen stehen mir noch drei Slots zur Verfügung. Und Openmediavault macht als NAS-Software wirklich Spass. Wie der Server, macht, was es soll, ohne Schnickschnack und Schnörkel.

Projekt Rechenknecht2016

Eigentlich ist schon der Name des Projekts falsch. Meine bisherigen Rechner waren eher Multifunktionsfreizeitvernichtungsgeräte, warum sollte das beim nächsten PC anders sein. Andererseits ist Rechenknecht kürzer, also belasse ich es als Arbeitstitel dabei.

Soviel Zeit, wie in meinen derzeitigen Rechenknecht habe ich vorher nie in einen Rechner investiert. Das liegt vor allem daran, dass ich noch nie einen PC so lange in Betrieb hatte, wie die als Knoppzone-Workstation beschriebene Maschine. Sie erblickte als Alternate-Zusammenbau 2007 das Licht der Welt, damals noch mit Windows Vista und Windows XP und diversen Linuxen.

2009 erhielt der Rechner ein Hardware-Upgrade, einen schnelleren Core2 Quad Prozessor und mehr RAM (aktuell 8 GB). Vista wich Windows 7, dass wich irgendwann Windows 8. Da das nicht gut lief, kam 2012 die erste SSD für eine komplette Betriebssystemrenovierung. Windows 8 wich wieder Windows 7, schön schnell dank SSD. Das zusätzliche Terabyte Plattenplatz in zwei 500 GB Festplatten wurde halbiert. NAS sei dank braucht man heute keine Speicherplatzorgien im Rechenknecht. Windows 7 wich letztes Jahr Windows 10 und die alte Grafikkarte wich einer leidlich aktuellen GeForce GTX 750.

Jetzt wäre es Zeit, den Rechner komplett neu aufzusetzen. Er zickt hier und da, Spielen und 3D-Konstruieren geht nicht schnell genug. Und wenn ich schon Altlasten loswerden will, kann ich es gleich richtig machen.

Ein neuer Rechenknecht muss her. Umgesetzt wird ein Bauvorschlag aus c’t 25 2015, der All-inclusive-PC. Das wird für die nächsten Jahre wieder reichen. Aus dem alten Rechenknecht werden eine SSD und der BlueRay-Brenner recycled. Dazu kommt dann eine Core i7-6700 CPU auf einem ASUS Z170-A Board mit 16 GB RAM und einer GeForce GTX 960 Grafikkarte. Befeuert wird all das von einem 400W Netzteil von be quiet! Als Häuschen dient ein Corsair Carbide 200R. Windows 10 kriegt eine schöne neue Crucial 500 GB SSD, Linux kommt auf eine ebenfalls noch recht neue Crucial 250 GB SSD aus dem alten Rechenknecht.

Fast alles ließ sich bei mindfactory bestellen, bis auf Gehäuselüfter und SSD. Die kommen per Amazon Prime. Die SSD ist sogar schon da und heute will DHL zwei Päckchen von mindfactory bringen und Hermes den noch fehlenden Gehäuselüfter.

Und was passiert mit dem alten Rechenknecht? Erst einmal kommt ein frisches Linux drauf, um eine sichere Workstation für das Familienintranet zu haben. Vorher muss der neue aber erst einmal zusammengesteckt und eingerichtet sein.

Digitale Evolution

Digitale EvolutionEs passierte auf einem Innovationsworkshop letztes Jahr. 20 Kolleginnen und Kollegen zwischen 28 und 58 treffen sich zum Vorabend-Bier. Diverse rege Diskussionen über das was war, das was ist und das was sein könnte. René, ca. 30, kommt mit einer interessanten Idee. Frank, knapp über 50, lässt sie sich durch den Kopf gehen und fragt nach ein paar möglichen Stolperfallen in Renés Plan.

Antwort: “So ist das immer mit euch Digital Immigrants, immer seht ihr nur die Probleme und redet Ideen klein. Wir Digital Natives müssen mit unseren Ideen warten, bis ihr ausgestorben seid.

Ich verstehe mich gut mit René, aber so was hatte ich nicht erwartet. Ich, ein Digital Immigrant. Und so ein 30-jähriger Jungspund nennt mich so? Noch Eierschale hinter den Ohren und mich zum alten Eisen definieren wollen?

Was ist überhaupt ein Digital Native? So nennt sich die Generation, die mit Computern, Spielekonsolen und Handys groß geworden ist. Ja, genau, die kleinen Krabbler, denen wir früher erst die Windeln gewechselt haben um ihnen kurz danach unsere alten PCs zu schenken oder sie mit Handys zu versorgen. Und was macht uns über 30-jährige zu Digital Immigrants? Wir hatten nach Ansicht der Digital Natives das Pech, erst als Erwachsene mit Computern in Berührung gekommen zu sein.

Das Spannende an unseren Gespräch war, dass sich der junge Digital Native als überlegen fühlte, zumindest, was Technik angeht. Ist das so, sind Digital Natives wirklich fixer in der Adaption neuer Technologien. Hilft es einem, damit aufgewachsen zu sein? Oder ist es nicht vielleicht so, dass man mindestens ebenso gut mithalten kann, wie diejenigen, deren Kinderzimmer schon WLAN hatte? Und was erdreisten sich diese Digital Natives eigentlich, uns als Digital Immigrants zu bezeichnen. Wenn schon dann Digital Adaptives, Digital Explorers oder Digital Discoverers, dass kommt der Sache viel näher. Wir waren es, die im Vollbesitz unserer geistigen Kräfte ein unentdecktes Land bereisten und die Welt für die Digital Natives vorbereitet haben.

Was unterscheidet einen Digital Native Baujahr 1985 von einem Digital Explorer Baujahr 1962? Das elektrischste in meinem Kinderzimmer war eine Carrera Autorennbahn und ein Schuco Porsche 911, der hupen konnte. In Renés Kinderzimmer gab es dagegen wahrscheinlich schon einen Nintendo Gameboy und vielleicht sogar schon Papas alten Pentium PC, um Tomb Raider zu spielen. Wenn ich mich als Kind gelangweilt habe, war da als einfacher Ausweg kein Gameboy zum Rumdaddeln. Ob es nun besser ist, sich zu langweilen oder sich mit Daddeln zu beschäftigen, mag ich nicht beurteilen. Beides hat Licht- und Schattenseiten.

Eins aber unterscheidet Digital Explorer und Digital Natives. Als Digital Explorer kann man sich an Tage ohne Computer erinnern und weiss, dass es mal Zeiten gab, als die ganze Welt ohne Computer funktioniert hat. Das ist Wissensschatz und Ballast zugleich. Denn Digital Natives schleppen diesen Prä-PC Ballast nicht mit sich herum. Wahrscheinlich adaptieren sie deshalb in der Regel schneller, eben weil es dieses “früher haben wir das so gemacht” als Argument oder Bremse nicht gibt.

Trotzdem, auch wenn ich die Wahl gehabt hätte, ich wäre lieber Digital Explorer geworden. Es war und ist einfach spannend, zu sehen, wohin die digitale Reise geht, mit allen Irrwegen und Sackgassen. Jedenfalls nicht zu einem riesigen Ding mit bunten Lichtern, dass sich nur von Spezialisten befragen lässt und mit der Stimme von Majel Barrett redet.

Und schauen wir mal, wie die Kinder der Digital Natives die Generation ihrer Eltern nennen werden…

Dreifach-Monitorständer im Eigenbau

Schon seit Jahren habe ich einen selbstgebauten Monitorständer im Einsatz. Zu ATARI-Zeiten waren es drei Brettchen, zu einem U zusammengeschraubt, damit der Monitor nicht auf Festplatte und Rechnergehäuse stehen musste. Als der PC zwei 17″ Monitore bekam, damals noch schwere CRTs, wurde die alte Holzkonstruktion durch eine breitere Sperrholzkonstruktion mit Rückwand ersetzt. Die hat dann den Wechsel von CRTs zu zwei baugleichen LG-Flachbildschirmen überstanden.

Als ich nun vor knapp einem Jahr einen dritten 17″ Flachbildschirm “erbte”, wurde der Platz wieder knapp. Wie es sich ergab, verfügen alle drei Monitore über VESA-Buchsen, Wandhalterungen wären also möglich. Allerdings hatte ich keine Lust, dreimal je vier Löcher in die Wand zu bohren, um die Monitorhalterungen anzubringen. Die Lösung lag auf der Hand, der Monitorständer wurde um eine hohe Rückwand erweitert, an der die VESA-Halterungen angebracht wurden.

Komplettansicht mit zwei 17″- und einem 24″ Monitor sowie einem 10″-Netbook

Damit musste überhaupt kein Loch in die Wand, der Monitorständer steht sehr sicher einfach auf dem Schreibtisch. Das ist gleichzeitig auch sehr servicefreundlich, denn für Verkabelungsarbeiten zieht man ihn einfach vor. Auch ein Umzug auf einen anderen Schreibtisch ist leicht durchzuführen, da der ganze Ständer mitsamt Monitoren beweglich ist. Weiterlesen

Mehr Monitore dank DisplayLink

Ich stand vor einem Dilemma. Da war plötzlich ein weiterer Flachbildschirm vorhanden, an die Grafikkarte meines Rechners passten aber nur zwei. Und die waren schon angestöpselt. Was also tun? Den dritten Monitor nur als Zweitbildschirm für Notebook oder Netbook nutzen. Da wäre er ja gar nicht ausgelastet.

Also musste entweder eine Grafikkarte mit drei Eingängen her oder ein DisplayLink-Adapter. Letzterer wurde beschafft, ein HIS Multi-View II Adapter, Kostenpunkt ca. 65 €. Das Teil ist etwas kleiner als ein Handy und hat an einem Ende eine Mini-USB-Buchse, am anderen Ende kann man ein DVI-Kabel anschliessen. Das USB-Kabel ist im Lieferumfang, das DVI-Kabel leider nicht. Zumindest ein DVI/VGA-Adapter liegt bei. Dazu gibt’s noch ein Täschchen mit Karabinerhaken zum Transport sowie die Treiber-CD. Genauso einfach wie die Lieferliste gestaltet sich die Installation.

CD ins Laufwerk, Setup gestartet, nach der Installation den Monitor angestöpselt und schon erkennt Windows 7 den dritten Monitor. Und wer jetzt denkt, na, das mag ja ein matschiges Bild sein, im Gegenteil, alles ebenso scharf wie bei den beiden per DVI angebundenen Display. Die kleine schwarzweiße Box wird im Betrieb handwarm, das ist es dann aber auch schon.

der angeschlossene DisplayLink-Adapter

Das per USB angebundenen Display läuft bei mir vollwertig mit. Man kann nicht nur Divx-Filme laufen lassen, sogar das Fernsehbild läuft auf dem USB-Display einwandfrei, dank WinTV Nova HD und Windows Media Center.

Damit hat sich mein Screen jetzt auf sagenhafte 3740×1024 Pixel vergrößert und das für weniger als 70 €. Der Vorteil gegenüber einer Grafikkarte mit drei Ports ist in jedem Fall die Portabilität. Den Nachteil will ich nicht verschweigen, der Dreimonitorbetrieb funktioniert nur unter Windows und MacOS X. Linux bleibt leider (noch) außen vor.

Acer Aspire One 150X wiederbeleben

Eben lief es noch, nach dem nächsten Reboot ist es tot. Das Krankenbild meines Acer Netbooks Mitte dieser Woche. Die flugs eingeleitete Net-Recherche fördert schnell zutage, dass mein kleiner Reisebegleiter kein Einzelfall ist. Überall auf der Welt, wo es Acer Netbooks gibt, kann es passieren, dass sie plötzlich Selbstmord begehen und ihr BIOS vergessen. Daher existieren auch ein paar gute Beschreibungen, wie man dem kleinen Brikett wieder Leben einhaucht (z.B. hier und hier).

Vorweg, ich übernehme natürlich keine Garantie dafür, dass der von mir beschriebene Weg auch auf einem anderen Netbook funktioniert. Wer an seinem Netbook das BIOS flashed, tut das auf eigenes Risiko und nimmt in Kauf, dass dadurch die Hersteller-Garantie erlischt.

Zur Wiederbelebung benötigt man einen mit FAT formatierten USB-Stick, eine Software, um den Stick bootfähig zu machen, eine passende BIOS-Datei und natürlich das dazugehörige Flash-Utility. Ach ja, ein weiterer, funktionierender Rechner, mit dem man den USB-Stick vorbereitet, wird natürlich auch noch gebraucht.

Ich habe den Stick unter Windows Vista FAT-formatiert und mir die aktuellste BIOS-Datei (v.3309 vom 15.01.2009) für das AAOne150 vom europäischen Webserver von Acer geholt.

Als Boot-Programm für den Stick kommt Unetbootin zum Einsatz. Nach dem Download der Software selbige einfach starten und folgendes wählen:

Distribution: FreeDOS 1.0

Type: USB-Drive

Drive: *Laufwerksbuchstabe des USB-Sticks*

Das BIOS muss aus dem ZIP-File entpackt werden und zusammen mit FLASHIT.EXE, ebenfalls aus dem BISO-Archiv auf den USB-Stick kopiert werden. Wie in der Anleitung angegeben, habe ich die BIOS-Datei in ZG5IA32.FD umbenannt.

Jetzt wird’s spannend, denn jetzt kommt der eigentliche Flash. Das untote Netbook wird mit Akku und Netzteil versehen, aber NOCH NICHT EINGESCHALTET.

Zuerst wird jetzt der USB-Stick mit dem Netbook verbunden, ich habe dafür den Slot-links von der Tastatur genommen. Während der folgenden Aktion DARF der USB-STICK natürlich NICHT wieder entfernt werden!

So, kurze Kontrolle, USB-Stick ist drin, Netbook ist noch aus. Jetzt hält man GLEICHZEITIG die Tasten Fn und Esc gedrückt und betätigt dann erst die Powertaste. Nach ein paar Sekunden kann man die Fn und Esc-Taste loslassen. Die Power-LED blinkt jetzt. Nach einer kleinen Weile hört das Blinken der Power-LED auf, die LED sollte jetzt gleichmässig leuchten. Kurz darauf bootet das Netbook wieder normal.

Sollte es dass nicht tun, unbedingt mindestens fünf Minuten warten, bevor man es ausschaltet, damit man nicht aus Versehen den Flash-Vorgang abbricht.

Der beschriebene Weg hat zumindest mein Acer Aspire One 150X wiederbelebt. Der USB-Stick wird jetzt zum ständigen Reisebegleiter.

Acer Aspire One wiederbeleben - Wordle

Acer Aspire One wiederbeleben – Wordle

Meine Backup-Lernkurve

Meine erste leidvolle Erfahrung mit Datenverlusten machte ich, als ich eigentlich schon eine recht gute Backup-Strategie verfolgte. Es war zu Zeiten meiner Diplomarbeit, die ich an einem auf 4 MB RAM aufgebohrten Atari Mega ST2 mit externer 40 MB Festplatte schrieb. Der Rechner war mit dem damals neuesten Betriebssystem ausgerüstet, TOS 2.06, mit dem sich sogar Tastaturkommandos festlegen ließen. Davon hatte ich natürlich weidlich Gebrauch gemacht, genauso wie von der Option, unnötige Sicherheitsabfragen für Poweruser wie mich abzuschalten.

Alle wichtigen Dateien meine Diplomarbeit betreffend befanden sich in einem Verzeichnis Diplom auf einer der fünf Festplattenpartitionen. Den Inhalt dieses Verzeichnisses sicherte ich jeden Tag auf einen Diskettensatz, von denen ich drei hatte, jeder bestehend aus zwei MF2DD-Disketten, d.h. je 720 kbyte Speicherplatz. Irgendwann kam der Tag, an dem der Diplomordner ca. 1,5 MB Daten enthielt und die Einführung einer dritten Diskette pro Satz notwendig würde. Um zu erkunden, wieviel Speicherplatz tatsächlich verbraucht wurde, hatte TOS die Funktion “show Info”, die ich mit dem Tastenkürzel “S” belegt hatte. Also Verzeichnis anklicken mit der Maus, “S” drücken und das Ergebnis abwarten.

Es erschien eine Dialogbox, die rasant Dateien herunterzählte. Es dauerte etwas, bis mir bewusst wurde, dass ich statt “S” “D” gedrückt hatte, das Tastenkürzel, mit dem ich den Delete-Befehl belegt hatte. Nun liegen diese beiden Tasten direkt nebeneinander, was an sich schon unglücklich gewählt ist. Dadurch, das ich die Sicherheitsabfragen abgeschaltet hatte, gab es aber auch keinerlei Vorwarnung und keine rechtzeitige Abbruchmöglichkeit.

Einen Teil der Daten konnte ich durch schlichtes Ausschalten des Rechners retten, einen großen Teil aus den Sicherungen des Vortages wieder auf die Festplatte zurückspielen. Verloren waren nur die Arbeit eines Tages, ziemlich viel Text, den ich zumindest vorher noch ausgedruckt hatte und einige Grafiken, die mich ca. zwei Stunden Arbeit gekostet hatten. Hätte ich gar kein Backup gehabt, hätte mich der falsche Tastendruck um Wochen zurückgeworfen, so war es nur ein halber Tag.

Merke, sei wach und auf der Hut, wenn Du Deine Backups machst, sie sind mit das Wichtigste an der Arbeit mit Computern.

Meine zweite Backup-Erfahrung war weniger kritisch. Während meiner Doktorandenzeit wohnte ich im zehnten Stock eines Mainzer Studentenwohnheims, in dem es gelegentlich zur Auslösung des Feueralarms kam. Zu der Zeit kam ich wieder mit zwei Disketten aus, diesmal allerdings ZIP-Disketten, die jeweils 100 MB fassten. Ich hatte, aus schierer Beschaffungsnot allerdings nur zwei Sätze ZIP-Disketten, die ich sowohl für den Transport der Daten zwischen Institut und Wohnheim als auch zu Backup-Zwecken benutzte.

Eines schönen Abends war es dann soweit, das Szenario zu erproben. Ich war gerade am Tippen, als der Feueralarm los ging. Schnell die letzten Daten auf die passende ZIP-Diskette gesichert, den kompletten Satz in die Hemdtasche gesteckt und raus aus dem Zimmer. Zehn Stockwerke tiefer versammelten wir uns dann auf dem Parkplatz, neben mir ein ägyptischer Gastdoktorant, der mehrere Leitz-Ordner auf beiden Armen balancierte. Ich fragte ihn, ob das seine Doktorarbeit sei, er nickte, ich zog meine beiden ZIP-Disketten aus der Hemdtasche und erklärte ihm, das dort meine Dissertation gespeichert sei. Ja, ich weiss, aber der kleine Triumph hat mich in meiner Sicherungsstrategie bestärkt.

Etwas später bewährte es sich dann, dass ich die Arbeit auf zwei Diskettensätzen hatte, mein erstes ZIP-Laufwerk starb nämlich den Click of Death. Das passierte bei der ersten Serie von Iomega ZIP-Drives und machte sich dadurch bemerkbar, dass beim Medienzugriff vernehmliche Klacklaute zu hören waren. Das Gemeine daran war, steckte man eine der damit befallenen Disketten in ein intaktes Laufwerk, konnte es gut sein, dass das eigentlich intakte Laufwerk durch den Zugriff auf die geschädigte Diskette ebenfalls Schaden nahm.

Als den ersten Satz Disketten das Schicksal ereilte, erstellte ich mit dem zweiten, im Institut vorhandenen Laufwerk sofort einen neuen Satz Disketten, meldete bei Iomega mein Laufwerk und die zwei Disketten als defekt und bekam postwendend ein Ersatzlaufwerk samt Ersatzdisketten. In der gleichen Verpackung schickte ich mein kaputtes Laufwerk samt befallener Medien an Iomega. das war’s.

Merke, habe immer mehr als einen Satz Backup-Medien. Geht einer kaputt, sichere den Anderen sofort auf neue Medien.

Meine nächste Begebenheit mit Backups erlebte ich zum Jahrtausendwechsel. Hier kamen mehrere Dinge zusammen. Die Firma, bei der ich beschäftigt war, hatte sich eigentlich optimal auf Y2K vorbereitet. Im Jahr vorher wurden alle Arbeitsplatzrechner erneuert und danach separat noch einmal daraufhin überprüft, ob sie Y2K ready waren, was nach bestandener Prüfung durch einen kleinen Aufkleber dokumentiert wurde.

Mitte des Jahres wechselte der Systemadministrator der Abteilung, der leider, da der vorherige sehr plötzlich gekündigt hatte, nicht so eingearbeitet werden konnte, wie es wohl sinnvoll gewesen wäre. Aber wir hatten ja einen relativ neuen Abteilungsserver von Compaq im Keller, der samt Tapestreamer und USV zwei 19″ Racks füllte.

Wir fühlten uns dem Jahrtausendwechsel also gewachsen. Um so überraschter waren wir, als wir Anfang Januar an die Schreibtzische zuirückkehrten und den Datenstand vom September 1999 vorfanden. Was war geschehen?

Kurz vor Silvester war dem neuen SysAdmin aufgefallen, das zwar alle Windows NT4 Systeme gepatcht waren, der Abteilungsgserver aber noch nicht. Der lief noch auf einem alten Servicepack. Also ging er in den Keller und spielte das normale ServicePack ein, mit dem auch all unsere Arbeitsplatzrechner behandelt worden waren.

Dummerweise enthielt der Compaq-Server aber ein RAID-System samt Controller, für das im Standard-Servicepack kein passender Treiber vorhanden war. Beim nächsten Booten erkannte der Server den ehemaligen RAID-Plattenstapel nur noch als mehrere Laufwerke und band sie auch so ins System ein. Damit waren die Daten darauf erst einmal futsch. Das Problem mit dem fehelnden Treiber konnten die Servicetechniker von Compaq schnell lösen. Als das RAID wieder lief, stellte sich allerdings heraus, dass die letzten Vollbackups korrupt waren.

Alles, was noch exisierte war das Vollbackup von September und seit dem tägliche Differenzbackups. Immerhin. Dummerweise machte dann bei exzessiven Zurückspielen der Daten der Tapestreamer asclappund es dauerte etwas. passenden Ersatz heran zu schaffen. Insgesamt vergingen etwa zwei Wochen, bis der Stand von Weihnachten wiederhergestellt war.

Merke, ein Backup ist nur gut, wenn es regelmäßig überprüft wird.

Windows XP auf ein Acer Aspire One quetschen

An anderer Stelle habe ich schon meine ersten Gehversuche mit dem Acer Aspire One Netbook vorgestellt, dass meinen Hardwarezoo jetzt bereichert.

Gespannt war ich natürlich darauf, wie sich das Installieren von Windows XP so ganz ohne optisches Laufwerk bewerkstelligen lässt.

Wie immer ist das Netz die passende Fundgrube. Hier und hier wird beschrieben, wie man sich einen USB-Stick in eine XP-Installationsquelle umrüstet. Ich habe die zweite Variante ausprobiert, die WinSetupFromUSB benutzt.

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