Von Android zu IOS

London 2015. In den Strassen Londons gibt es viele Touristen. Viele dieser Touristen nutzen ihr Mobiltelefon, um sich zu orientieren. Einer dieser Touristen hat sein Telefon ausgeschaltet, weil es sonst nur als Taschenofen Energie verbrennt. Es ist ein HTC one M8, dass irgendwie nicht von dem Versuch abzubringen ist, irgendein ominöses Update zu ziehen. Klappt zwar nie, aber das HTC versucht es tapfer weiter.
Die Akkuanzeige zählt dabei sichtbar runter, also bleibt nur der Flugmodus. Die beste Ehefrau von allen ist nebendran mit ihrem iPhone 6 munter dabei, Tripadvisor und Google Maps zu nutzen, während der leidgeprüfte Androidjünger seinem Handy vorgaukeln muss, das es fliegt.

Mein erstes Linux habe ich 1995 installiert. Mein erstes Linux Handy war ein Openmoko Neo Freerunner von 2007. Das war auch mein erstes Android-Handy. Ich fand es total cool, dass man mit Linux telefonieren konnte.
Nach diversen Android-Handys (Samsung Galaxy, Galaxy III, HTC one M8, Samsung Galaxy Note 3) habe ich jedoch festgestellt, dass es etwas gibt, dass ich gern schneller und einfacher tun würde…

Telefonieren!

Ich bin kein ausgewiesener Apple Fanboy und mein bislang einzigen Apple-Produkte waren zwei iPod Minis, die ich geschenkt bekam. Aber kaum aus London zurück, lieh ich mir von der besten Ehefrau von allen ihr altes abgelegtes iPhone 5 und siehe da, damit konnte ich telefonieren, wann ich wollte. Überschaubare Updates, angenehme Akkulaufzeit, einfache Bedienung.

Selbst ein drei Jahre altes iPhone 5 hängt mein knapp 18 Monate altes HTC in punkto Akkulaufzeit und Bedienkomfort locker ab. OK, subjektiv, aber für mich zählt, wie schnell ich mit dem Gerät tun kann, was ich will und wie lange. 2:0 für’s iPhone.

2:1, weil ich bei Android kein iTunes brauche. Dachte ich. Bis ich heute mein neues iPhone SE in Betrieb nahm. Seitdem weiss ich, wozu iTunes zu gebrauchen ist. Zumindest dazu, ein iPhone 5 Backup zu machen und das dann auf ein fabrikneues iPhone SE so zuspielen, dass mir der Unterschied zum alten Gerät nur an der Farbe des Gehäuses auffällt. Also doch wieder 2:0.

Was gibt’s zu meckern? Das ich ab jetzt wieder zwei Kabel mit mir herumtragen muss, wenn ich unterwegs bin, ein MicroUSB für’s Diensthandy (Android) und ein Lightning für’s iPhone. 2:1 holt Android hier wieder auf.

Ach ja, bitte nicht falsch verstehen, dass hier ist kein Lobgesang auf iTunes. Ich mag nur den Backup-Teil, für den Rest, der hier auf der PC-Festplatte sein Unwesen treibt, ziehe ich einen Punkt ab. Also 1:1 Endstand.

Gut, unentschieden, beide haben ihre Vorteile, aber für die nächsten zwei Jahre werde ich es mal mit IOS statt Android probieren.

Ausserhalb der Wertung wäre noch zu erwähnen, dass es mit der vielgelobten Updatefähigkeit von Androidgeräten nur bei Google selbst weit her ist. Das HTC hat kein aktuelles Update bekommen und mein fünf Jahre altes Motorola Tablet lebt mit Android 4.04. Das drei Jahre alte iPhone 5 hat gerade das Update zu IOS 9.3.1 hinter sich. In dem Alter war mein Motorola Xoom schon nicht mehr Update-fähig.

Und das Apple jetzt den Porsche-Weg geht und in alte Gehäuse neue Technik packt, um kein Geld für Designer ausgeben zu müssen, finde ich nicht schlimm. Das iPhone 5 hatte eine angenehme Form und Größe, warum also was dran ändern. Mir gefällt’s und die drei iPhone 5 Hüllen, die ich m ir in London vorsorglich gekauft habe, passen dem iPhone SE super…