Wo sind die Streikposten?

Ein Land wird gelähmt, tausende kommen zu spät zur Arbeit, weil ein paar Krawallstrategen den starken Mann spielen wollen, aber keiner der Streikenden ist irgendwo zu sehen?

Zumindest war es in Berlin heute so. Friedrichstraße, Fehlanzeige, kein GDL-Streikposten in Sicht. Lehrter Bahnhof? Ebenfalls kein GDL-Vertreter.

Aber es ist ja auch viel lustiger und weniger stressig, dem Chaos, das man anrichtet, aus dem warmen Stübchen zuhause zu folgen und sich diebisch zu freuen, wie toll wichtig man doch ist.

Herr Schell, werte andere Funktionäre der GDL, werte streikende Triebfahrzeugführer und -führerinnen, nur weiter so. Versteckt euch, stellt euch nicht dem Dialog und verscherzt mit euren Aktionen auch noch die letzten Reste an Sympathie, die noch da sind. Wobei, wahrscheinlich mögen euch jetzt sowieso nur noch Leihwagenfirmen und Taxi-Unternehmen.

Ich als Kind von Gewerkschaftern, sozusagen in der dritten Generation mit dem Thema groß geworden, muß mich wundern, wozu die Idee Gewerkschaft durch die Brachialtour der GDL geworden ist. Eine kleine Minderheit nutzt die Rechte der Arbeiter aus, für deren Erstreitung sich unsere Väter und Großväter blutige Nasen geholt haben und nimmt hunderttausende von Unbeteiligten als Geisel.

Dazu fallen mir nur zwei Ausdrücke ein, unsozial und verachtenswert.

Wieder mal ein Unmutsaward für die GDL.

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