Zwischenstopp wegen Personenschaden

Dienstagmorgen, ICE von Berlin nach Basel, kurz vor 10:00 und kurz vor Braunschweig. Eine plötzliche Vollbremsung des ICE reisst mich aus dem Dösen und die Maus meines Laptops versucht, von Tisch zu springen.

Kurz danach eine Durchsage des Triebfahrzeugführers: „Zugpersonal, bitte beim Lokführer melden!“

Oh Scheiße, denke ich, nach vierzehn Jahren unfallfreiem ICE-Fahren ist es jetzt also auch einem ICE passiert, in dem ich sitze. Personenschaden. Und richtig, kurz danach kommt die entsprechende Durchsage. Nach gefühlt relativ kurzer Zeit sieht man draussen Polizei auf dem Gegengleis entlanggehen, dann einen älteren Herren mit einer Jacke, auf der hinten groß „Seelsorge“ prangt. Irgendwann dann zwei Rettungssanitäter, die im Zug nach Opfern der Vollbremsung suchen.

Eineinhalb Stunden später fahren wir in Braunschweig ein, nochmal eine halbe Stunde später wieder raus. In Göttingen ist dann Schluß für diesen ICE, er wird aus dem Verkehr gezogen. Beim Aussteigen erfahre ich von einer Zugbegleiterin, was passiert ist. Ein 89-jähriger Mann hatte am Bahnübergang seinen Rollstuhl säuberlich geparkt und sich auf’s Gleis gelegt, um nicht 90 zu werden.

Was muss in einem Menschen vorgehen, um sich diese Todesart auszusuchen?

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