Dem Kupferwurm auf der Spur

Schon seit 2004, als ich Fritzchen übernahm, hatte ich vor, der Lichtmaschine mal zu Leibe zu rücken. Das diesjährige Maikäfertreffen bietet sich als willkommener Meilenstein an.
Kniffligster Punkt dabei ist nicht einmal die Beschaffung eines neuen Generators, sondern die Wahl der richtigen Werkstatt. Motor ein- und ausbauen gehört definitiv nicht zu den Dingen, die ich in der Bordsteinwerkstatt selbst durchführen will/kann. Die Werkstatt meines Vertrauens hat allerdings vor zwei Jahren dicht gemacht. Und die VW-Vertretung, von der unsere aktuelle Alltagskarosse stammt, hat eben Vertragswerkstattpreise, selbst wenn man die Ersatzteile mit bringt.Deshalb entschied ich mich für einen Käferspezialisten in Berlin, etwas über 30 km von Haustür zu Werkstatttür. Das führte gleich zum nächsten Problem, wie kriegt man einen immobilen Käfer zum Spezialisten. Ein Freund hatte den richtigen Tipp parat, mit dem ADAC. Dank Gold-Mitgliedschaft und Euro-Schutzbrief übernahm der ADAC die Aufgabe, Fritzchen und mich zur Werkstatt zu bringen. Montagmorgen um 6:30 Uhr stand der Abschlepplaster pünktlich vor der Tür. Gut eineinhalb Stunden später, von denen wir den größten Teil auf der B1 in der Rush Hour verbrachten, waren wir da. Der Käferspezialist hat seine Werkstatt in mehreren S-Bahnbögen zwischen Tiergarten und Bellevue.
Dort verbrachte Fritzchen seine erste Woche ohne mich seit sieben Jahren. Meine wildesten Befürchtungen, was einem Käfer-Oldie im Hansaviertel zustoßen könnte, erwiesen sich glücklicherweise als vollkommen unbegründet. Heute, am Freitag, fuhr ich morgens mit der S-Bahn nach Bellevue und holte Fritzchen wieder zurück nach Brandenburg.
Der Weg führte um die Siegessäule Richtung Brandenburger Tor, dann links Richtung Regierungsviertel, rechts ab am Reichstag vorbei, rechts in die Wilhelmsstr., dann links Unter den Linden bis zum Alex und von dort aus mehr oder weniger geradeaus, die Karl-Marx-Allee entlang und weiter raus aus Berlin. Trotz eines langatmigen fast halbstündigen Staus rund um den Reichstag war ich auf dem Rückweg etwas fixer unterwegs als auf dem Hinweg.
Fritzchen sprang sofort an und lief die ganze Stunde wie ein Uhrwerk. Nur die Blinker, die sieht man auch mit neuer LiMa und neuem Regler im Sonnenschein immer noch so gut wie nicht leuchten. Irgendwo steckt der Kupferwurm also immer noch.

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