Projekt Rechenknecht2016 – Zusammenbau und Inbetriebnahme

Ausgerechnet die Innereien des neuen Rechenknechts mussten noch bei DHL übernachten. Nachdem auch dieses Paket eingetrudelt war, konnte es ans Eingemachte gehen. Im Gehäuse wartete schon der BlueRay-Brenner aus dem alten Rechenknecht. Auch die 250 GB SSD für das zweite Betriebssystem ist schon in einem der dafür vorgesehenen SSD-Slots im Gehäuse.

Als nächstes kommt der Zusammenbau von Hauptplatine, CPU und CPU-Kühler. Selbiger nimmt einen guten Teil des freien Platzes im Miditower ein, ist allerdings mit dem großen Lüfter erstaunlich leise. Die größte Herausforderung ist das Zusammenstecken der kleinen frickeligen Kabel für HDD-LED, Power und Reset. Das scheint ein archaisches Überbleibsel des letzten Jahrtausends zu sein. Beim Installieren des RAMs ist ein Blick in die Doku tatsächlich hilfreich, denn gefühlt hätte ich genau die anderen Slots damit belegt.

Alles in allem trotzdem eine eher unspektakuläre Operation, so ein Rechnerzusammenbau anno 2016. Was beachtlich ist, ist, wieviel Verpackungsmüll zurück bleibt. Und wie immer bleiben ein paar Teile übrig. Der abgebildete Schraubendreher ist übrigens eine Zugabe zum CPU-Lüfter :-)

Wie zusammengebaut wird, hat die c’t hier sehr gut beschrieben. Dort gibt’s auch die Teileliste. Den alternativen Gehäuselüfter habe ich gleich dreimal installiert, die ersten zwei Male war das Kabel entweder zu kurz oder zu lang für meinen Geschmack. Auch die Tabelle mit den BIOS-Einstellungen war nach neun Jahren Bauabstinenz für mich sehr hilfreich.

Das Installieren von Windows 10 verlief ähnlich wie der vorherige Zusammenbau. Unspektakulär aber langwierig. Irgendwie hatte ich erwartet, dass ein System mit 4×4 GHz, 16 GB RAM und einer 500 GB SSD schneller mit einem Betriebssystem zu beglücken ist. Nach zwei Stunden Zusammenbau kam also nochmal über eine Stunde Installation, erst Windows, dann NVIDIA-Treiber. Ohne die wollte Windows 10 kein Full HD ausgeben.

Nach der Installation von openSuSE bleiben jetzt nur noch zwei ToDos. Erstens müssen die kreativ verteilten Kabel im Rechenknecht noch vernünftig zusammengefasst und fixiert werden und zweitens muss ich nochmal an die winzigen Frickelkabel, um den Resetknopf korrekt zu verdrahten :-)

Erster Eindruck

Ein fixes und sauberes System ohne Schnickschnack. Besonders freut mich, dass trotz der fünf im System steckenden Lüfter (zwei kleine in der Grafikkarte, eine am CPU-Kühler, eine im Netzteil, ein Gehäuselüfter) das System unter Normallast fast unhörbar ist. Das es tatsächlich läuft sehe ich nur daran, dass sich der CPU-Lüfter dreht.

Update:

Die ToDos sind jetzt erledigt. Dafür musste allerdings dank meiner nicht ganz filigranen Hände der halbe Rechner demontiert werden. Hintergrund ist, dass das Stromkabel vom Netzteil zum Mainboard hinter dem Mainboard entlang geführt werden sollte. So ist es nicht im Weg. Wer aber ausgewachsene Hände hat, kommt bei eingebautem CPU-Lüfter kaum noch an die Strom-Buchsen am Mainboard. Also erst einmal Grafikkarte demontieren, alle Mainboardschrauben lösen, Mainboard samt CPU-Kühler sanft aber bestimmt anheben, Stromkabel vom Mainboard abziehen, mit Kreativität oder einer dritten Hand neu verlegen hinter dem Mainboard, durch die passende Öffnung im Gehäuse fädeln, Stromkabel wieder ins Mainboard stecken, alles zurückruckeln, festschrauben, fertig.

Mein Tipp für den Zusammenbau ist, etwas vom c’t Bauvorschlag abzuweichen und das Stromkabel schon an seinen Platz bringen, bevor man das Mainboard einbaut. Evtl. sogar, bevor man den CPU-Kühler montiert.

Das Reset-Kabel richtig anzubringen war der einfachere Teil. Es gibt drei Kontakte am Board [Ground|Reset|+5V]. Nachdem ich den zweipoligen Stecker jetzt auf Ground und Reset gesteckt habe, klappt auch der Tastendruck :-)

Zweiter Tipp, wer nach dem Zusammenbau alle Kabel kontrolliert, wundert sich auch nicht, warum beim Booten die erste SSD nicht erkannt wird. Der SSD-Stromstecker hatte sich beim Mainboard-Verschieben gelöst.