Dilletantische S-Bahn Planung in Berlin

Hätte ich diesen Blogeintrag gestern Nacht unter dem frischen Eindruck der Ereignisse geschrieben, würde er vor Kraftausdrücken nur so wimmeln. Da fährt man an einem Tag 1560 km (geschätzt). 1500 davon verlaufen nicht nur problemlos, nein, man wird auch noch freundlich und zuvorkommend behandelt im ICE Sprinter. Und das zweimal an einem Tag.

Nur die &%$§& S-Bahn Berlin weiß, wie man dem Beförderungsfall korrekt behandelt. Nämlich wie den letzten Dreck. Informationen für Beförderungsfälle, warum, sollen sie doch sehen, wie sie nachts um kurz vor elf nach hause kommen. Sollten sich sowieso nicht mehr so spät in der Stadt rumtreiben.

Da kam doch irgendein schlauer Planer auf die Idee, irgendwas an der S-Bahntrasse zwischen Ostkreuz und Lichtenberg zu reparieren. Und deshalb fuhren S-Bahnen erstmal nur bis Ostbahnhof. Von da fuhr dann eine S-Bahn nach Ostkreuz (zwei Stationen weiter). Dort stieg man dann über den Ringbahnsteig (Treppe hoch, fünf Meter weiter Treppe runter) in eine S-Bahn nach Lichtenberg (wieder zwei Stationen weiter) Da wurde dann auch schnell klar, das der Beförderungsfall (ich) angeschissen war und 20 min. später zuhause sein würde. Deshalb habe ich gestern insgesamt fünf S-Bahnen für eine Richtung benutzt, wo es normalerweise zwei getan hätten. Bei soviel UMsteigerei hätte ich den Weg fast zu Fuß gehen können. eineinhalb Stunden für dreissig Kilometer. Mit dem Fahrrad wäre man da auch nicht langsamer

Und natürlich habe ich den Anschluß verpasst, was sich direkt auf die nicht vorhandene Fahrgastinformation zurückführen lässt. Hätte am Hauptbahnhof irgendwer mal den Mund aufgemacht und von der Baustelle bei Lichtenberg berichtet, hätte ich eine Bahn früher genommen. Hallo, S-Bahnis, fällt euch am Wort Fahrgast etwas auf?

Nein, dann helfe ich gern nach. Da steckt das Wort Gast drin. Lasst es mich so sagen, wenn ihr die Bedeutung dieses Wortes nicht kennt, möchte ich bei euch zuhause lieber nicht Gast sein.

Das interessante ist, daß alteingesessene Berliner und Brandenburger diese über alle Maßen schlechte Behandlung gleichgültig zur Kenntnis nehmen. Man ist es gewohnt. Wahrscheinlich würden sich alle fragend ansehen, wenn mal eine Durchsage im Fernbahnstil käme „Wir bitten für die Verzögerung um ihr Verständnis.“ Da würde jeder geübte S-Bahnbeförderungsfall sich sofort fragen, welche Drogen denn da plötzlich im Spiel sein könnten. Berliner S-Bahnbedienstete entschuldigen sich nicht. Und sie informieren schon gar nicht, Jedenfalls nicht freiwillig und wenn dann nur unwirsch. So geht das eben hier in Berlin.

S-Bahn Berlin, den heutigen Unmuts-Award habt ihr euch redlich verdient.

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