Reisen wie anno 94

Heute morgen gab’s am Ostbahnhof mal wieder eine unliebsame Überraschung, statt des fast schon normalen ICE im neuen Gewand rollte ein originaler ICE 1 auf Gleis 7 ein. Das bedeutet nicht nur, dass es weniger Sitzplätze gibt, sondern leider auch keine Steckdosen.

Aber klar, so geht’s mir immer, wenn ich den Zweitakku für’s Notebook zuhause lasse. Ohne Steckdose tut’s mein X60 mit Mobilkarte aber nur ca. zwei Stunden. Und dem Handy-Akku hätte eine Aufladung auch gut getan. So verbringt man die etwas mehr als vier Stunden zwischen Berlin und Frankfurt hauptsächlich mit Stromsparen.

Anno 94, als ich diese Züge erstmals benutzte, war das noch kein Thema. Höchstens Geschäfstreisende (was ich damals noch nicht war) benutzten Handys und nur ein Teil davon hatte einen tragbaren Computer dabei.

Ich erinnere mich noch an eine Szene, als ein höchst wichtig aussehender Jungmanager zuerst auf seinen Platz hastete, dann aus seiner Tasche erst ein Notebook, dann einen PDA und schliesslich noch ein Handy herauskramte, um dann mit dem kostbaren Stapel Statussymbole in Richtung Speisewagen zu verschwinden.

Spätestens seitdem in ICEs der zweiten Generation Steckdosen zumindest an den Tischplätzen eingeführt und freudig vom Publikum aufgenommen wurden, mutet einem die Ausstattung des ehemals modernsten Zugs Europas wie ein Relikt vergangener Zeiten an. Aber einen unschätzbaren Vorteil haben diese in ehren ergrauten Dinger ihren revidierten Genossen gegenüber noch, man bekommt wesentlich mehr Koffer verstaut.

Trotzdem hoffe ich inständig, für die Rückfahrt heute Abend einen revidierten ICE zu erwischen, mit Steckdosen an jedem Platz. Meine Notebooktasche werde ich schon irgendwo unterbringen .-)

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