OB HP es noch lernt, oder die Leidensgeschichte mit einem Photosmart 3210

Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich ihn Ende 2005 beim MakroMarkt sah. Ein HP Photosmart 3210 All-in-One Drucker/Scanner/Kopierer mit Netzwerkanschluß, Card-Reader, sechs einzeln wechselbare Tintentanks und 50 € Tankgutscheinen. Ich hätte ihn sogar ohne die Tankgutscheine genommen, allein schon wegen der Netzwerkfähigkeit.

Die Liebe dauerte ungefähr ein halbes Jahr, dann zickte der Papiereinzug. Zuerst nur ein bisschen, dann mehr und irgendwann zog er freiwillig überhaupt kein Papier mehr ein. Netterweise schickte HP ohne große Probleme ein Ersatzgerät. Dabei machten wir sogar ein echtes Schnäppchen, denn wir sollten unbedingt die alten Farbtanks im alten Drucker lassen und für den Austauschdrucker die neu beiliegenden benutzen.

Soweit, so gut. Die Linux-Rechner und der Mac druckten auch sofort mit dem neuen Gerät. Nur unter Windows wollte es partout nicht funktionieren. Die De-Installation der Software brachte keine echte Besserung, Drucken ging dann zwar, aber Scannen ging gar nicht.

Erst eine recht ausführliche Anleitung des HP-Kundendienstes offenbarte, wo die Druckersoftware sich überall im Windows-System einnistete. Ich habe wirklich noch nie ein Softwarepaket gesehen, dass sich an so vielen undokumentierten Stellen in ein System hineinschmiert wie das HP Solution Center.

Nach mehreren Reboots und einer abgespeckten Neuinstallation der Software ging dann auch das Scannen wieder.

Dafür ging nach einem halben Jahr das Problem mit dem Papiereinzug wieder los. Wieder ein Anruf bei der freundlichen HP-Hotline, diesmal aber nicht gleich ein neuer Austauschdrucker sondern ein „Reinigungsset“ für die Einzugwalze. Das hatte ich schon mal, irgendwann anno 1995 bei einem HP Deskjet 550C. Sollte HP in zehn Jahren wirklich nichts dazu gelernt haben? Offensichtlich nicht, denn alles, was das Reinigungsset tut, ist, die Einzugwalze eine Zeitlang laufen zu lassen, während im Einzug ein paar kleine Kunststoffschwämme die Walzen aufrauhen. Mal sehen, wie oft ich das noch machen kann, bevor so viel von der Walze weg ist, daß gar nichts mehr geht…

Und heute nun die Krönung, nach einem von der Software selbst initiierten Softwareupdate ging das Scannen schon wieder nicht, bis ich die Original-CD herausgekramt habe und der Software gezeigt habe, wo sie scan.msi findet. Liebe HPler, setzen, sechs. Der Support und die Hotline sind wirklich OK, aber was ihr euch mit diesem Drucker und der dazugehörigen Sioftware geleistet habt, ist wirklich unterste Schublade. In zehn Jahren nichts zum Thema Walzenmaterial dazugelernt und eine Software ausgeliefert, die sich beim Update selbst zerstört. Da bleiben nicht mehr viele Fettnäpfchen übrig, in die man als Druckerhersteller reintapsen könnte…

Dafür geht mein heutiger Unmuts-Award eindeutig an HP

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