Vixta visited

vixtavisited01Beim dritten Anlauf hat es mit der Installation von Vixta, einem auf Fedora aufsetzenden Linux-Clone mit Vista-Look endlich geklappt. Übrigens, man behalte im Kopf, das die Namensgeber aus Portugal kommen, dort wird das „X“ wie ein weiches „sch“ ausgesprochen. Das macht aus dem für Deutsche gewöhnungsbedürftigen Namen mit unartigen Assoziationen „Vischta“, was wiederum fast wie das „Original“ klingt.

Das erste Image reagierte auf den Installationswunsch gar nicht, die Version 0.94+ fror vor der Installation ein, aber die jetzt erhältliche Version 0.95 hat funktioniert. Damit war es im Live-CD-Modus auch erstmals ohne Root-Rechte möglich, andere Auflösungen als 640×480 und 800×600 einzustellen. Um so wichtiger, weil die beiden Vista-like Widgets Uhr und Kalender bei 800×600 nicht voll auf dem Bildschirm zu sehen sind.
vixtavisited03Die Installation läuft mit wenigen Eingriffen Fedora-gewohnt problemlos ab. Das System bootet beim ersten Mal mit dem Fedora-Einstellmenü, in dem z.B. ein Benutzerkonto eingerichtet wird. Danach gelangt man zum Login-Screen, wo man sich mit dem neu eingerichteten Benutzernamen anmelden kann.
Das System begrüßt einen auf englisch und nur auf englisch. Besser wäre wahrscheinlich eine mehr internationale Auswahl gewesen, aber für das portugiesische Entwicklerteam scheint es nur Portugal und den Rest der Welt zu geben und der soll wohl englisch sprechen 🙂
Jedenfalls sind ausser englisch in KDE keinerlei weitere Sprachpakete installiert. Zumindest das deutsche KDE-Sprachpaket lässt sich über „Add Software“ so ohne weiteres auch nicht installieren, eine nicht lösbare Abhängigkeit zu Kolourpaint verhindert das. Dafür gibt es im Startmenü unter „System“ den Menüpunkt „Languages“. Tja, klappt gleich viel besser, selbe Fehlermeldung 🙂
Aber schauen wir uns erstmal im System um. Von den 8 Gigabyte der virtuellen Festplatte, die ich dem System spendiert habe, erscheinen 5.8 GB als Root-Partition und 81,6 MB als /boot Damit scheint der Rest für eine deutlich zu große swap-Partition drauf gegangen zu sein. Die virtuelle Maschine hat von mir ein Gigabyte RAM zugewiesen bekommen, da scheinen mir zwei Gigabyte als swap etwas zu üppig.
Nun zur installierten Software. Das KDE-Theme versucht, das Aero-Verhalten der Titelleisten nachzubilden, indem es sie durchsichtig macht. Das funktioniert ganz passabel, auch wenn es weder den Weichzeichnereffekt nachbildet, noch unten liegende Fenster sichtbar macht. Es wird einfach jeweils der passende Teil des Hintergrundbildes in die Titelleiste und die Fensterumrandung übernommen. Firefox ist ebenfalls mit einem Vista-Theme installiert.
Openoffice ist in Version 2.3 installiert, Gimp ist nicht bei der Standardinstallation dabei, stattdessen das schon erwähnte Kolourpaint. Interessanterweise ist kein Mailprogramm installiert, weder KMail noch Thunderbird.
Dafür sind allerlei nützliche und weniger nützliche Helferlein installiert, oberflächlich betrachtet nichts ungewöhnliches. Positiv fiel mir auf, dass das fish-Protokoll im konqueror lief. Das gehört gelegentlich zu den Dingen, die ich nachinstallieren muß.
Widmen wir uns nochmal der Sprachanpassung. Als erstes deinstalliere ich kolourpaint. Klappt. Jetzt das deutsche Sprachpaket für KDE, klappt auch. Jetzt im Controlcenter die Sprache auf deutsch stellen, alles OK. Alle Programme, die ab jetzt gestartet werden, haben deutsche Menüs, soweit vorhanden. Lustigerweise ist kolourpaint jetzt im Software installieren Menü nicht mehr zu finden. Stattdessen installiere ich gimp, was eh sinnvoll gewesen wäre, zumal die gtk-Bibliothek schon installiert war.
Ein kurzes Resumé, kein Fazit. Es sieht nett aus, ist ein bisschen kompliziert zur Arbeit in einer anderen Sprache als US-Englisch zu überreden und warum außer mail kein grafisches Mailprogramm installiert ist, wissen nur die Entwickler.
Meines Erachtens hätte es gereicht, für die gängigen Linuxe ein passendes KDE-Theme anzubieten. Nur für eine Oberflächenimitation eine eigene Distribution rauszubringen halte ich für Overkill. Zumal die Mainstream-Distributionen wie Fedora, Mandriva, openSUSE, Debian oder Ubuntu in einer ganz anderen Liga spielen. Außer der Vista-Optik hat Vixta nichts, was andere nicht auch oder sogar besser können.

3 Gedanken zu „Vixta visited

  1. KnopP Beitragsautor

    Du musst die deutsche Sprachdatei für KDE nachinstallieren, wie im Artikel beschrieben.

    HTH,
    Frank

  2. Hallo

    Wo finde ich denn die Sprachfiles???
    Möchte auch gern vixta auf deutsch haben, habe aber noch kein deutsches Sprachfile gefunden.

    LG

  3. derganzneue

    hm, mag ja DAMALS so gewesen sein. Im März 2008 liegt eine vixta-Version vor, die man sich ruhig einmal herunterladen sollte. Ich stehe seit Jahren mit SUSE auf dem Kriegsfuss (weil das Ding bei mir nie stabil laufen will) und habe mich allmählich an UBUNTU herangetastet. Stimmt, vixta kommt erst mal auf englisch, kann aber ohne probleme – nach download der sprachfiles – auf deutsch umgestellt werden. Das geht sogar ohne Neustart. Das aufklappbare Systemmenü a la VISTA hilft einem Windows-User beim Umstieg doch sehr. Da die Menüeinträge alphabetisch sortiert sind, kann ein Menüeintrag nach einem Sprachenwechsel schon mal an einer anderen Stelle escheinen. Nach der Festplatteninstallation sollte zuerst ein Systemupdate durchgeführt werden. Ist alles über graphische Oberfläche zu erreichen, also keine Scheu.
    Da z.B. das beliebte Knoppix lt. Herrn Knopper nicht für die Festplatte gedacht ist/war – vixta ist es.

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